Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Schwestern von Sherwood von Claire Winter

Seitenzahl: 571
Verlag: Diana 
Kosten: 4,49 €
Kindle eBook: 8,99 €
Taschenbuch: 9,99 €
Erscheinungsdatum: 22. April 2013

Kurzbeschreibung: Die bewegende Geschichte zweier unzertrennlicher Schwestern und einer schicksalhaften Liebe

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

Meine Meinung: Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich bereits nach den ersten hundert Seiten eine Rezension verfasse. Während des Lesens habe ich oft das Bedürfnis gehabt, meine Gedanken und Gefühle zum Buch aufzuschreiben. Es gab immer so viel was gesagt werden wollte. Das tat ich dann auch, indem ich Notizzettel vollgeschrieben habe. Auch wenn ich die Notizen in meine Rezension nicht einbringen kann, dadurch würde ich zu viel verraten, hat das Schreiben trotzdem geholfen. Wenn nicht, hätte ich den Roman nicht ohne weiteres weiterlesen können. 

Für mich war die Geschichte der Sherwood Schwestern eine Reise in die Vergangenheit, die mich mitgerissen hat. Ab den ersten Seiten war ich gefesselt. Die Autorin hat einen unheimlich flüssigen Schreibstil. Daran fehlt es vielen Autoren nicht, aber Claire Winter ist da doch ganz anders. Jedes einzelne Wort ist wichtig und nichts steht einfach mal so da. Ohne länger an einem Abschnitt zu verweilen, erzählt sie gezielt von der Liebe. 

Ein alles in allem außergewöhnliches Buch. Ich könnte nicht ausdrücken wie sehr ich das Gefühl vermisst habe gänzlich von einer Geschichte überzeugt und eingenommen zu werden. Ich habe mit Amalia, Chatleen und Edward gelitten, geliebt, und mich gefreut. Gleichzeitig war ich voller Hoffnung. Hinzu kam jedoch die Verzweiflung und Zerrissenheit der Charaktere, die mich als Leserin mitten ins Herz traf. 

Melinda lebt im Jahre 1948 in Berlin. Der zweite Weltkrieg liegt nicht weit zurück. Berlin ist weiterhin eine zerstörte Stadt, in der versucht wird die Wunden zu verarzten. Melinda bemüht sich um eine Arbeitsstelle als Journalistin. Neben ihrem Alltag wird ihr eines Tages ein Paket geschickte, in dem sich die letzten Reste einer großen Liebe befinden. Sie liest sich die Briefe durch und auch die Bilder sieht sie sich an. Melinda ist sich sicher, nicht ohne Grund wurden ihr die Bilder und Briefe geschickt. Auch mit ihrer eigenen Vergangenheit muss das Paket etwas zu tun haben. Nachdem sie immer neugieriger wird und rausfinden will an wen die Liebesbriefe geschrieben wurden, versucht sie mit eigenen Mitteln mehr über die Vergangenheit in Erfahrung zu bringen. 

Nicht nur für Melinda beginnt eine aufregende Zeit, nach der sie mehr über ihre Wurzeln erfahren wird, sondern auch der Leser begibt sich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Beinahe alle Gefühle durchlebt der Leser. Prägend ist einzig und allein die tiefe Liebe. Amalia und Edward sind ein weiterer Beweis dafür, das die Liebe über den Tod hinaus geht. Über alles hinausgeht und stärker als alles auf der Welt ist. 

Lieber verrate ich nicht viel von der Handlung. Ich will nicht mal ein Bruchstück vorwegnehmen. Aufgefallen ist mir das Buch vor einiger Zeit in einem Forum. Zum Kauf kam ich erst, als das eBook zum halben Preis angeboten wurde. Sieben Monate verweilte es auf meinem SUB. Ich hätte es viel früher lesen müssen. Nur woher sollte ich wissen, dass mich hier eine unvergleichbar gute Geschichte erwartet?  

Im Grunde weiß ich nicht recht, wie ich meine eigenen Gefühle beim Lesen beschreiben soll. Im Buch wurde von Glück bis Unglück alles geboten. Aber auch das Lesen beinhaltete all das dazwischen. Als allererstes nistete sich der Gedanke ein, hier erwartet mich etwas großes. Weiter ging es mit Glück, Liebe und Verbundenheit. Schließlich griff das Schicksal ein. Fortgesetzt wurde es mit Trennung, Schmerz, Verzweiflung, Zerrissenheit und Hoffnung. Stehts habe ich gehofft vielleicht gibt es doch noch eine Chance. Wie sehr hätte ich alles aus dem Weg geräumt und Amalia und Edward unwiderruflich zusammengebracht Sie sind füreinander bestimmt. 

Ich liebe dieses Buch, Jedes Wort, jeder Abschnitt ist so kostbar. Ich werde Amalia, Chatleen und Edward nie vergessen. Genauso aber auch all die Nebencharaktere nicht, die zu ihrem Schicksal beitragen. Solange es solche schlechten Menschen gibt, kann die Welt nicht zu einem besseren Ort werden. Solange Menschen so gedankenlos und unüberlegt handeln, kann es dazu nicht kommen. Ich werde keinen einzigen Charakter vergessen. Diese Geschichte bekommt einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. In meiner Umgebung gibt es niemanden der so sehr liebt, aber ich wünsche alle Liebenden das selbe. Möge euch keiner trennen und bekommt die Chance auf eine gemeinsame Zukunft. 

Fazit: Gerne würde ich noch eine Menge dazu schreiben. Jedoch belasse ich es dabei. Ich empfehle dieses Buch nicht nur einfach so weiter. Ich dränge regelrecht dazu. Wer auch nur am Rande an einer großen Liebesgeschichte teilhaben will, der sollte sich das Buch zulegen. Für mich selbst steht fest, ich werde auch "Die verbotene Zeit" von der Autorin lesen. Es gibt kein entrinnen. Die Kurzbeschreibung klingt zwar sehr ähnlich, aber das ist mir im Grunde so ziemlich gleichgültig. Diese Autorin weiß viel zu gut was sie tut. Ich will ein weiteres Mal gefesselt und mitgerissen werden. Wenn die Möglichkeit bestehen würde, hätte ich mehr als fünf Sterne vergeben. Auch daran gibt es nicht zu rütteln. 

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

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