Montag, 14. Dezember 2015

Das Hades Labyrinth von Rainer Wekwerth

Seitenzahl: 260
Verlag: Self Publishing
Kosten: kostenlos
Kindle e-book: 2,99 €
Erscheinungsdatum: -

Kurzbeschreibung: In unterirdischen Tunneln und Höhlen schafft sich Adam eine eigene Stadt: Als junge Frauen entführt werden und im Nichts verschwinden, wird Hauptkommissar Daniel Fischer auf den Fall angesetzt. Er folgt den Spuren in die Tiefe und trifft auf einen Mann, der ihn an die Grenze des Menschseins führt ... 

Meine Meinung: Eine Trilogie habe ich bereits vom Autor gelesen und konnte mir selbst ein Bild machen. Ich fand den Schreibstil in jedem Buch lesenswert und war auch immer bereit mehr von Rainer Wekwerth zu lesen. Diese guten Eindrücke verbinde ich jetzt mit einem weiteren Buch des Autors. Dieses eBook wurde kurzzeitig kostenlos angeboten. So nutze ich wie öfters die Gelegenheit und griff zu. 

In den ersten Seiten wird der Leser mit einem schrecklichen Erlebnis von Hauptkommissar Daniel Fischer konfrontiert. Der Autor hat es schon immer geschafft die grauenvollsten Ereignisse hautnah zu beschreiben. Man konnte sich immer alles bildlich vorstellen und jedes mal wünschen, dies bei geschriebenen Wörtern zu belassen. Auch hier war es nicht anders. Sogar eher unerbittlicher, da die Zielgruppe dieses Mal nicht Jugendliche sondern Erwachsene sind. Adam, der sich eine unterirdische Stadt aufgebaut hat, zerstört Daniels Leben. Seine Ehe wird nicht mehr bestehen bleiben können und auch alles andere gewohnt, vielleicht sogar monotone, wird nicht mehr zurückgebracht werden können. Ja, Daniels Wunsch das Schicksal seiner anderen beiden Kollegen zu teilen, nämlich wie sie getötet zu werden, kann ich so gut nachvollziehen.

Sein kurzer Besuch im Supermarkt war überhaupt nicht leicht zu lesen. Wenn schon das Lesen nicht ohne war, wie halten solche Menschen es dann aus? Die Blicke der Menschen, die offensichtlich Daniel nicht mal ins Gesicht sehen wollten und das Kind, das sogar Angst bekommen hat, ist die eiskalte Realität. Ich habe mir unweigerlich vorgestellt wie es denn bei mir wäre, so einem Mann zu begegnen. Tja, ich würde ihn genauso ansehen. ICH wäre zu nichts anderem fähig. Dabei ginge mir so viel durch den Kopf. Wir verurteilen unser Gegenüber viel zu schnell. Während ich mir solche unnötigen Gedanken machen würde, brächte ich meinen Gegenüber dazu, Menschenmengen zu meiden. Es ist traurig. Wirklich traurig wie schnell Vorurteile entstehen können. Genau deswegen lese ich solche Bücher unheimlich gerne. Beim Lesen wusste ich genau wie Daniel fühlt und wie schwer es ihm fällt jeden Tag aufs Neue durchzuhalten. In der Realität ist diese Möglichkeit nicht gegeben. Somit sollte mir immer diese Geschichte einfallen und ich meine eigenen Worte nicht vergessen. 

Neben der Handlung an sich und der zum Nachdenken anregenden Geschehnisse, sind da noch die Aufzeichnungen von Vlad. Mir kamen diese Abschnitte zunächst sehr bekannt vor. In einem anderen Buch hatte ich es nicht gelesen. Da war ich mir sicher. Schnell fiel mir ein, woher ich die Namen Vlad und Radu kenne. Vor einiger Zeit gab es eine türkische Serie über das Osmanische Reich, das zwar nicht lange lief, aber diese beiden Namen waren auch da von Bedeutung. Dem Leser werden sie hier durch die Aufzeichnungen näher gebracht, was ich sehr interessant fand. Das auch, weil mich das Osmanische Reich an sich interessiert. So las ich diese Abschnitte immer besonders aufmerksam. Auch mal gut meine beiden Leidenschaften, Serien und Bücher, verbinden zu können. Auch wenn mich das überrascht hat. 

Alles in allem habe ich wieder einiges dazulernen können und wurde wieder daran erinnert nicht instinktiv zu urteilen. Empathie ist heutzutage noch wichtiger geworden. Vielleicht sollte man sich zunächst fragen wie es wohl zu so einem Aussehen kommen konnte. Hier fand ich dann wieder Jessica als unvoreingenommene Nachbarin, die auch völlig offen und ohne Vorurteile aufgetreten ist erfrischend. Genau solche Menschen sollte es öfters geben. Sie zeigt wie es eigentlich sein sollte. Der Kontrast kann sich echt sehen lassen. 

Fazit: Auch wenn es nicht restlos überzeugen und begeistern konnte, bin ich noch immer mehr als nur bereit mehr vom Autor zu lesen. Vor allem die Ernsthaftigkeit und der gesellschaftliche Appell liest sich sehr gut raus. Im Nachhinein bin ich froh Daniels Geschichte gelesen zu haben. So schnell werde ich das Ganze nicht vergessen. 

Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

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