Montag, 13. Januar 2014

Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes

Seitenzahl: 589
Verlag: rororo
Kosten: keine, da ich es aus der Bücherei ausgeliehen habe
Broschiert: 14,99 €
Kindle e-book: 12,99 €
Erscheinungsdatum: 04. Oktober 2013

Kurzbeschreibung: Du sollst wissen, dass du mein Herz in deinen Händen hältst. 1960. Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen – und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben. 2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen. Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte. Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles.

Meine Meinung: Wenn es so weitergeht, bin ich eine treue Leserin von Jojo Moyes. Wie viele andere auch habe ich Ein ganzes halbes Jahr gelesen, und es mit 5 Sternen bewertet. Solche Romane wie diese Autorin sie schreibt, wünsche ich mir von anderen auch. Denn bisher gab es nur wenige Romane, die mich fesseln konnten. Obwohl ich sehr gerne Romane lesen würde. Nur wenn es keine guten Geschichten gibt, ist es nicht verwunderlich, dass ich mit Bedacht einige wenige Romane lese. Doch von Jojo Moyes will ich viele weitere Bücher lesen und hoffe das sie fleißig weiterschreibt. Denn ihre Bücher lohnen sich wirklich gelesen zu werden. 

Was erwartet die Leser in diesem knapp 600 seitigem Buch? Ellie, als Journalistin, ist wie alle anderen auch auf der Suche nach einer guten Story. Hierbei findet sie im Archiv einen Liebesbrief von 1960. Zufall oder Schicksal kann jeder für sich selbst entscheiden, aber dieser Brief setzt alles in gang. Wir als Leser dürfen Jennifer und Anthonys Liebe kennen lernen. Viel passiert in diesem Buch. Ist ja auch nicht verwunderlich bei 589 Seiten. Eigentlich ist es schwer zu beschreiben, was ich auch gar nicht tun werde. Denn so gut wie die Autorin schreibt, kann ich lange nicht wiedergeben. Ich kann nur sagen, dass Jojo Moyes es hin bekommt die in meinem Augen falschen Verhaltensweisen sogar mir nahe zubringen, sodass ich nachvollziehen kann. Das ist sehr wertvoll. Nicht jeder kann den Leser dazu bringen sogar die Fehler der Charaktere zu verstehen. 

Jennifer ist mit Laurence verheiratet, liebt ihn aber im Grunde nicht. Wie es um ihren Mann steht ist schwer zu sagen, dazu steht im Buch nichts. Ich vermute aber er liebt sie nicht. Für sie ist es nur wichtig in der Öffentlichkeit so zu tun, als ob sie sich lieben würden. Sie müssen nur glücklich auftreten. Jennifer gehört zu den Frauen, die die Liebe kennen lernen durften. Anthony und Jennifer verlieben sich schnell ineinander. Der Leser bekommt nicht mal mit wann es passiert. Die Liebe ist da und jetzt muss entschieden werden wie es weitergeht. 

Die Affäre mit einer verheirateten Frau bringt Schwierigkeiten mit sich. Doch was wäre die Liebe ohne Kummer und Schmerz? So eine Liebe würde wenig Interesse wecken. Das trifft hier zu. Ich las mit Spannung wie sich die Geschichte entwickelte. Moralisch gesehen verstehe ich Anthony und Jennifer, obwohl Untreue nicht als richtig angesehen werden kann. Dennoch habe ich keine Sekunde einen Gedanken daran verschwendet, Jennifer und Anthonys Beziehung wäre falsch. Sie fühlt sich beim Lesen schon richtig an. Jojo Moyes lässt nicht zu, dass man etwas anderes auch nur denken kann. 

Jahre später, ohne zu wissen ob es ein Happy End für unsere Liebenden gab, wird die Geschichte von Ellie fortgesetzt. Sie ist in einer ähnlichen Situation. Auf Ellie war ich ziemlich sauer nach den ersten Seiten. Sie macht es sich irgendwie zurecht und glaubt eine Beziehung mit einem verheirateten Mann wäre richtig. Während ich Jennifer und Anthony verstehen kann, traf ich hier auf eine Frau, die mich ärgerte. Am Anfang ihrer Beziehung mit John, lies sie sich auf unverbindlichen Sex ein. Doch mit der Zeit konnte sie ihre Gefühle nicht zurückhalten und wünschte sich insgeheim John würde eines Tages seine Familie verlassen. Ellie wünschte sich etwas Festes, mit Bedeutung. Als sie dann Jennifer und Anthonys Geschichte erzählt bekommt, sieht sie in diesen beiden Menschen genau das, was sie sich so sehnlichst wünscht. Das ist auch der Grund wieso Ellie die Vergangenheit interessiert. Ellie musste im Buch einiges klar werden, denn sie ist kein schlechter Charakter und verdient besseres.  

Schon die ersten Seiten gaben mir das Gefühl einen gutes Buch in den Händen zu halten. Das ist es was ich liebe. Ich bin unheimlich glücklich darüber, dass mich auch das zweite Buch der Autorin fesseln konnte. 
Liebesbriefe spielen im Buch eine große Rolle. Briefe schreiben im Jahr 2014 wahrscheinlich wenige. Ich kenne niemanden der in letzter Zeit einen selbst geschriebenen Brief bekommen hat. Wir sind im Zeitalter der elektronischen Kommunikation. Mir war bewusst das diese Art sehr unpersönlich ist. Aber zu lesen wie aufregend es sein kann einen Liebesbrief zu bekommen und selbst zu schreiben, befördert das verloren gegangene in den Vordergrund. Es ist wirklich schade wie unpersönlich alles geworden ist. Dazu muss gesagt werden, das Anthony sich wirklich gut ausdrücken kann. 

Fazit: Mir kommt nicht jeden Tag so ein Buch unter. Ellie, Jennifer und Anthony haben mir sehr schöne Lesestunden eingebracht. Ich habe viel empfunden beim Lesen: Ärger, Trauer, Glück, Liebe...
Für die ersten Seiten würde ich 5 Sterne vergeben, doch auch alles andere konnte mich überzeugen und aufregen, sodass das ganze Buch diese Bewertung verdient. Ich wünsche jeder würde letztendlich zu dem gleichen Entschluss wie Ellie kommen. Doch dazu sind wohl nur die Menschen fähig, die ein gutes Herz haben. 

Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

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